Deutsch-Französische Gesellschaft Mainz e.V.

Geschichte

Geschichte der Deutsch-Französischen Gesellschaft Mainz e. V.

Am 14. Dezember 1962 wurde in Mainz nach intensiven Vorbereitungen die DEUTSCH-FRANZÖSISCHE GESELLSCHAFT gegründet. Ihre Vorgeschichte reicht bis in die 50er Jahre zurück, als mit dem Landtag, der Landesregierung und anderen zentralen Einrichtungen auch die französischen Militärbehörden, an der Spitze das französische Landeskommissariat für Rheinland-Pfalz, ihren Sitz in Mainz bekamen, einem Ort mit reicher französischer Tradition und tiefgreifenden Einflüssen vom westlichen Nachbarn her. So entstand bereits 1952 die erste deutsch-französische Gesellschaft in Mainz unter der Bezeichnung "Deutsch-Französischer Club" unter dem Vorsitz des damaligen Zivilgouverneurs für Rheinhessen, Professor Dr. Henry CHAUCHOY, und deut­schen Stellvertretern. Dabei wurden auch immer mehr Mitglieder aus anderen Nationen aufgenommen. Als aber mit dem Ende des Besatzungsregimes in der Bundesrepublik die Dienststellen der Besatzungsbehörden Rhein­land-Pfalz verließen, bedeutete das auch das Ende des „Club".

Überlegungen und Initiativen zur Gründung einer Deutsch-Französischen Gesellschaft kamen dann vor allem von Seiten der Romanisten der Johannes-Gutenberg-Universität, insbesondere von Prof. Dr. Theodor W. EL­WERT. In verschiedenen Städten der Bundesrepublik waren schon in den 50er Jahren deutsch-französische Gesell­schaften gegründet worden, von denen die meisten sich 1957, hauptsächlich auf Betreiben von Bundes­kanzler Dr. Konrad ADENAUER, zum "Arbeitskreis Deutsch-Französischer Gesellschaften" zusammenschlos­sen.

Am 14. Dezember 1962 unterzeichneten dann etwa 25 deutsche und französische Persönlichkeiten die Grün­dungsurkunde der DEUTSCH-FRANZÖSISCHEN GESELLSCHAFT MAINZ. Ihre Ziele und Aufgaben waren es damals, alle Freunde der deutsch-französischen Verständigung in Mainz und Umgebung zusammenzuführen, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Völkern und ihren Angehörigen in unserem Raum zu pflegen, zur Verbreitung der Kenntnisse über die beiden Länder beizutragen und durch gesellschaftliche und andere Veranstaltungen die Kontaktpflege zu fördern. Besonderen Vorrang sollte auch die Pflege und Verbrei­tung der Partnersprache bekommen.

Die Zahl der Mitglieder stieg auf über 330 bis zum Jahr 1965, bei steigender Tendenz. Mit besonderer Intensität wurde auch die Jugendarbeit im "Jungen Kreis" betrieben. In den darauf folgenden Jahren wurde die Gesell­schaft wesentlich geprägt durch ihre bisher fünf Präsidenten, die ihr jeweils einen ganz persönlichen Stempel aufdrückten und für ununterbrochene Kontinuität sorgten: Gründungspräsident war Fritz DUPPRÉ, Chef der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, bis zum Jahre 1968. Ihm folgte als Präsident bis 1977 der damalige Kultusmi­nister Dr. Bernhard VOGEL – späterer Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen –, heute Ehren­präsident der DFG. Große Verdienste um die Gesellschaft erwarb sich Heinz H. FREIHERR V. SCHILLING als Präsident von 1977 bis 1988. Ihm folgten Ministerialrat Eberhard EMMRICH bis 2001 und seitdem Ober­museumsrat Dr. Adolf WILD. Unvergessen bleibt auch Siegfried TROCH als langjähriges Geschäftsfüh­rendes Vorstandsmitglied der DFG von 1970 bis 1983, von 1980 bis 1987 Präsident der VEREINIGUNG DEUTSCH-FRANZÖSISCHER GESELLSCHAFTEN und später Ehrenpräsident unseres Dachverbandes, dessen Arbeit und Ziele er ganz wesentlich beeinflusste.

Von Anfang an ist die DFG Mainz mit bedeutenden Veranstaltungen vor allem im kulturellen Bereich hervor­getreten, wobei sie jederzeit mit der Unterstützung der Stadt Mainz, des französischen Konsulats, des Institut français und des Hauses Burgund rechnen konnte. 1970 fand in Mainz der 15. Kongress des Arbeitskreises der Deutsch-Französischen Gesellschaften und 1982 der Jubiläumskongress (25 Jahre Vereinigung der Deutsch-Französischen Gesellschaften in Deutschland und Frankreich) statt. Ziele und Aufgaben der Gesellschaft haben sich verändert. Galt es am Anfang, Wunden zu heilen, Verständnis für einander zu wecken und die europäische Idee zu fördern, liegt heute der Schwerpunkt der Arbeit in der Information der Mitglieder über französische Geschichte, Kultur, Landschaft und Politik, ihr Ziel stets vor Augen: Ein vereinigtes Europa in Frieden und Freiheit.

Zum 40-jährigen Jubiläum unserer Gesellschaft im Jahre 2002 erfuhren wir durch die Anwesenheit von Minis­terpräsident Kurt Beck, des französischen Generalkonsuls Daniel LABROSSE und Prof. Dr. Alfred GROSSER als Festredner großen Zuspruch und Antrieb für unsere erfolgreiche Arbeit. Unsere Themenmischung aus Kunst, Literatur und Wirtschaft in Frankreich, unsere Reisen und Ausstellungsbesuche erfreuen sich zunehmenden Interesses, so dass sich unsere Mitgliederzahl kontinuierlich vergrößert. Unsere Zusammenarbeit mit dem IN­STITUT FRANÇAIS und dem HAUS BURGUND erfährt immer wieder eine interessante Bereicherung.

Im Dezember 2012 feierte die DFG Mainz ihr 50-jähriges Jubiläum unter Anwesenheit zahlreicher politischer Persönlichkeiten. Die Auswirkungen des Élyssée-Vertrags standen im Vordergrund der Ansprachen von Minis­terpräsident Kurt Beck, Generalkonsul Jean-Claude TRIBOLET, Marianne GROSSE – Kulturdezernentin der Stadt Mainz –, Dr. Bernhard VOGEL – Ehrenpräsident der DFG Mainz – und dem Präsidenten der VDFG, Ge­reon FRITZ. Den Festvortrag hielt die Historikerin und Politikwissenschaftlerin Frau Prof. Dr. Hélène MIARD-DELACROIX, Paris, unter dem Titel: "Der deutsch-französische Motor auf dem Prüfstand".

Mit der Wahl zum Präsidenten der DFG Mainz trat im März 2013 Prof. Dr. Franz J. FELTEN die Nachfolge von Dr. Adolf Wild an. Frau Dagmar KRESS verabschiedete sich nach über 20jähriger Tätigkeit aus ihrer Funktion als Geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Der stellvertretende französische Generalkonsul, Stanislas MROZEK, und der Präsident der VDFG, Gereon FRITZ, ebenso wie die Teilnehmer der Mitgliederversamm­lung dankten ihnen für das langjährige Engagement für die deutsch-französische Verständigung und Freund­schaft.



Mainz, im Juni 2013 Agnes Weißmann und Charlotte Aufderheide



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